Churchill, Chaplin und Resilienz – ?

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Was lehren uns Churchill und Chaplin über Resilienz? Allein die Frage mag überraschen. Spontane Assoziationen könnten sein:

  1. Churchill Resilienz: Hitlerdeutschland Weltkrieg Bombenangriffe
  2. Chaplin Resilienz: Lachen Fröhlichkeit Humor Ironie

Sicher liegen solche Qualitäten in diesen beiden Persönlichkeiten. Dazu – Surprise ! :

  1. Die (vielfach unbekannte) Freundschaft dieser beider Männer hat wohl mehr als 1 Leben gerettet. (Empfehlung: M. Köhlmeier: Zwei Herren am Strand)
  2. Genialität und Abgrund liegen in Extremfällen nah beieinander.

Dass beide mit depressiven Schüben zu kämpfen hatten, ist im Detail nicht so sehr interessant – vielmehr die Frage, wie sie damit umgehen konnten.

Nur 1 Beispiel (Churchill betreffend) sei aus dem zitierten Buch extrahiert: … wie er sich verhalten solle. Die Antwort: „Spazierengehen, Spazierengehen und nochmal Spazierengehen. Bis zur Erschöpfung Spazierengehen!“ … es müsse unbedingt ein hoher Grad an Erschöpfung erreicht werden, einfach nur müde genüge nicht. Sicher war das nicht die ganze Therapie. Aber es weißt uns hin auf einen auch heute unbestrittenen Genesungsfaktor bei totaler Erschöpfung: Bewegen bewegen bewegen – am besten in der Natur. Wer seinen Körper z.B. bei Gartenarbeit einsetzt, ist anschließend vielleicht erschöpft, hat Blasen an den Fingern, aber ist zufrieden mit dem was er geschafft hat.

Wie sehr ist heute unsere Körperlichkeit ersetzt durch technologische Möglichkeiten. Unser Körper ist designet für 35km Laufen täglich. Wie viel kriegen wir zusammen?

  • Auto, Bus/Bahn usw. – für zwei Einkaufstüten bewegen wir 1,5 t Blech.
  • Unser Rücken stirbt unter zu viel / schlechtem Sitzen.
  • Wer den Aufzug nimmt statt die Treppen, dem nimmt der Aufzug die Fitness.

>> Mit dem Fahrrad zur Arbeit – super! Sie kommen an und Ihr Körper ist wach und dankbar für die Bewegung.

>> Mit dem Hund noch einen Gang machen. Der freut sich auch über Ihre bessere Laune.

>> Einfach mal loslaufen, eine halbe Stunde täglich regelmäßig. Streichen Sie einfach einen Fernsehfilm, der Sie am Ende eh nur langweilt.

Chaplins Vermächtnis: Die Methode des Clowns will ich hier Chaplin_methode_clownnicht ausführlich darstellen – das soll der Meister bitte selbst tun.

Dass hinter dem lustigen kleinen Mann sowohl Tiefgründiges als auch Schwermütiges zu finden war, verwundert nicht. Die Dinge nicht zu schwer nehmen: „Lebe gedd wieder“, Vergänglichkeit, den eigenen Geist erkennen, wie er die Dramen unseres Lebens schreibt und ein Stück Abstand gewinnen: uns gelegentlich mal zusehen, was für absurdes Theater wir inszenieren können. Auch diese Qualität, sich und das Geschehen mit Humor zu nehmen ist ein Zeichen von Resilienz: Die schwere Anmutung einer Situation oder Phase erleichtern durch den Blick auf deren Vergänglichkeit: nimm hin, was Du nicht ändern kannst, und schau auf Deine bestehenden Möglichkeiten. Chaplins Bruder – so wird in dem zitierten Buch berichtet – hat wohl mindestens 1 Mal diese Lebensrettungsmethode wirksam angewendet, bevor Chaplin die Menschheit mit seinen größten Werken beglücken konnte.

In ihrer Verbindung zeigen uns Chaplin und Churchill auch, dass enge Freundschaft zu einer stabilen Basis beiträgt:  für jemanden da sein, wenn er mich braucht und vice versa das Wissen, dass jemand da sein wird, wenn ich ihn brauche. Das Buch verzichtet aber auf den „Weichzeichner“ und spart auch die Fallstricke nicht aus, denen Menschen auch in freundschaftlichen Beziehungen unterliegen.

Mehr über Beide z.B. hier: http://skyaboveoldblueplace.com/2014/10/12/michael-kohler-die-methode-des-clowns-hat-verloren-oder-deutscher-buchpreis-lll-2014/